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Instrumentenkunde › Zupfinstrumente (elektrisch)

Die E-Gitarre

Eine Gitarre, deren Saitenschwingung von Tonabnehmern in ein elektrisches Signal verwandelt wird – das Leitinstrument von Blues, Rock, Pop, Funk und Metal und eines der prägendsten Instrumente des 20. Jahrhunderts weltweit.

Die E-Gitarre teilt mit der akustischen Gitarre Stimmung, Griffbrett und Grundtechnik. Ihr Klang aber entsteht elektrisch: Magnetische Tonabnehmer wandeln die Schwingung der Stahlsaiten in ein Signal, das erst Verstärker, Lautsprecher und Effekte zum hörbaren Ton formen. Instrument, Kabel, Effektgeräte, Verstärker und Lautsprecher bilden daher gemeinsam das „Instrument“. Innerhalb weniger Jahrzehnte hat die E-Gitarre die Popularmusik weltweit umgestaltet – vom Chicago-Blues über Rock ’n’ Roll, britische Beatmusik, Hard Rock, Funk, Punk und Metal bis zur kongolesischen Rumba, zum westafrikanischen Wüstenblues und zum japanischen „Eleki“-Boom. Dieser Artikel behandelt Geschichte, Bau, Elektronik, Verstärkung, Technik, Stilistik und Praxis.

Einstiegsalterab ca. 8–9 Jahren (kurze Mensur ab ca. 7)
Lautstärkefrei regelbar, Kopfhörer möglich
Kosten EinstiegGitarre + Übungsverstärker ca. 300–600 €
BesonderheitKlang entsteht erst in der Signalkette

1Überblick und Einordnung

Die E-Gitarre ist ein Zupfinstrument, dessen Ton nicht (oder kaum) akustisch abgestrahlt, sondern elektromagnetisch abgenommen und elektronisch verstärkt wird. Organologisch ist sie ein Elektrophon auf der Grundlage eines Chordophons. Grundlagen wie Bünde, Stimmung, Akkorde und Notation behandelt der Artikel Gitarre; hier geht es um das Besondere: Bauformen, Elektronik, Verstärkung, Effekte und die spezifischen Spieltechniken und Stile.

Notiert wird im Violinschlüssel eine Oktave höher als klingend; in Rock und Pop ist die Tabulatur verbreitet, die Saiten und Bünde statt Tonhöhen angibt. Die E-Gitarre ist das zentrale Instrument von Bands und Combos; sie übernimmt Rhythmus (Akkorde, Riffs), Melodie (Themen, Soli) und Klangflächen.

2Geschichte

Vorgeschichte: der Wunsch nach Lautstärke

In den Big Bands der 1920er- und 1930er-Jahre ging die akustische Gitarre gegen Bläser und Schlagzeug unter. Instrumentenbauer reagierten mit größeren Archtop-Gitarren (Gibson L-5, 1922), Resonatorgitarren mit Metallkonen (National, Dobro, ab 1927) – und mit elektrischer Verstärkung. Erste Versuche mit Mikrofonen und Kontakttonabnehmern scheiterten an Rückkopplungen und schwachen Signalen.

Die ersten elektrischen Gitarren

  • 1931/32 George Beauchamp und Paul Barth entwickeln den Hufeisenmagnet-Tonabnehmer; Adolph Rickenbacker produziert die „Frying Pan“, eine Lap-Steel-Gitarre aus Aluminium (Patent 1937).
  • 1935/36 Gibson bringt die Lap Steel EH-150 und die Archtop ES-150 („Electric Spanish“) mit dem „Charlie-Christian-Tonabnehmer“ heraus.
  • 1939–1941 Charlie Christian macht im Benny-Goodman-Sextett die E-Gitarre zum Soloinstrument des Jazz. Parallel spielt Sister Rosetta Tharpe im Gospel eine der frühen elektrischen Gitarren – sie gilt heute als eine Wegbereiterin des Rock ’n’ Roll.
  • um 1940 Les Paul baut „The Log“, einen massiven Holzbalken mit Tonabnehmern und angesetzten Korpusflügeln, um Rückkopplungen und langes Sustain zu erreichen. Etwa gleichzeitig arbeiten Paul Bigsby und Merle Travis an einer Solidbody.
  • 1950/51 Leo Fender bringt die Esquire und die Broadcaster heraus, ab 1951 Telecaster genannt: die erste in Serie gebaute Solidbody-E-Gitarre mit angeschraubtem Hals – einfach, robust, reparaturfreundlich.
  • 1952 Gibson antwortet mit der Les Paul (gewölbte Ahorndecke auf Mahagonikorpus, eingeleimter Hals).
  • 1954 Fender Stratocaster: ergonomisch geformter Korpus, drei Single-Coils, integriertes Vibratosystem – bis heute die meistkopierte Gitarrenform.
  • 1955–1957 Seth Lover entwickelt bei Gibson den brummunterdrückenden Humbucker („PAF“ nach dem Aufkleber „Patent Applied For“; Patent 1959).
  • 1958 Gibson ES-335 (Semi-Hollow), Flying V und Explorer; Fender Jazzmaster. Rickenbacker, Gretsch und Danelectro prägen weitere Klangwelten.

Die E-Gitarre erobert die Welt

Chicago-Bluesmusiker wie Muddy Waters, Elmore James und B. B. King elektrifizierten in den 1940er- und 1950er-Jahren den Blues; T-Bone Walker hatte schon ab 1940 das elektrische Blues-Solo geprägt. Chuck Berry, Scotty Moore (bei Elvis Presley) und Buddy Holly machten die E-Gitarre zum Symbol des Rock ’n’ Roll. In Großbritannien lösten Hank Marvin (The Shadows) und später die Beat-Bands um die Beatles, die Rolling Stones und The Who einen Boom aus; Jimi Hendrix (1966–1970) erweiterte Klang und Technik radikal mit Rückkopplung, Fuzz, Wah-Wah und Vibratohebel. In den 1970er-Jahren folgten Hard Rock und Heavy Metal (Tony Iommi, Ritchie Blackmore, Jimmy Page), Funk (Nile Rodgers), Punk; 1978 machte Eddie Van Halen das beidhändige Tapping populär. Seit den 1980er-Jahren entstanden Shred, Grunge, Alternative, Nu Metal und Djent mit sieben- und achtsaitigen Gitarren.

Hersteller weltweit

LandHersteller (Auswahl)
USAFender (seit 1946), Gibson (seit 1902), Gretsch, Rickenbacker, Danelectro, Music Man, PRS (seit 1985), Jackson/Charvel, Suhr, Tom Anderson
JapanIbanez (Hoshino Gakki), Yamaha, ESP, Tokai, Greco, Fujigen (Fertigung für viele Marken)
DeutschlandHöfner, Framus, Warwick, Duesenberg, Hanika
Großbritannien, Skandinavien, ItalienBurns, Vox (Gitarren), Hagström (Schweden), Eko (Italien)
Korea, China, Indonesien, MexikoFertigung für nahezu alle großen Marken, besonders im Einsteiger- und Mittelklassebereich (Squier, Epiphone)

3Bauformen

BauformMerkmaleKlassikerTypischer Einsatz
Solidbodymassiver Korpus, kaum Rückkopplung, langes SustainTelecaster, Stratocaster, Les Paul, SGRock, Pop, Blues, Metal, Country
Chamberedmassiver Korpus mit ausgefrästen KammernGewichtsreduzierte Les-Paul-Modelle, Tele Thinlineleichter, luftiger Klang
Semi-Hollowhohler Korpus mit massivem MittelblockGibson ES-335, ES-339Blues, Rock, Jazz, Indie
Hollowbody / Archtopvollständig hohl, gewölbte Decke, f-LöcherGibson L-5 CES, ES-175, Gretsch 6120Jazz, Rockabilly
Offsetasymmetrischer Korpus, lange VibratosystemeFender Jazzmaster, JaguarSurf, Indie, Shoegaze
SuperstratStrat-Form, Humbucker, Floyd Rose, 24 Bünde, flacher HalsIbanez RG, Jackson SoloistHard Rock, Metal, Shred
Erweiterter Umfang7- oder 8-Saiter, Bariton, Multiscale (gefächerte Bünde)Ibanez RG7, StrandbergMetal, Djent, Progressive
Zwölfsaitige E-Gitarresechs SaitenpaareRickenbacker 360/12Byrds, Beatles („A Hard Day’s Night“)
Headless, Reisegitarrenohne Kopfplatte, kompaktSteinberger, StrandbergReisen, Ergonomie

4Hölzer und Konstruktion

HolzVerwendungKlangtendenz (umstritten, klein gegenüber Elektronik)
ErleKorpus (Stratocaster)ausgewogen, mittig
Sumpfesche, EscheKorpus (Telecaster, frühe Strats)hell, drahtig, offen
MahagoniKorpus und Hals (Les Paul, SG)warm, mittig
Ahorn (geflammt, gequiltet)Hals, Griffbrett, Deckenklar, brillant, schnelle Ansprache
Linde (Basswood)Korpus (viele Superstrats)neutral, leicht
Palisander, Ebenholz, Pau Ferro, RichliteGriffbrettGriffgefühl, Optik
Geröstetes Holz (Roasted Maple)Halsstabiler bei Klimaschwankungen

Hals

Der Hals ist geschraubt (Bolt-on, typisch Fender), eingeleimt (Set-neck, typisch Gibson) oder durchgehend (Neck-through, Hals und Korpusmitte aus einem Stück). Im Hals liegt ein verstellbarer Halsstab (Truss Rod), der dem Saitenzug entgegenwirkt. Halsprofile („C“, „U“, „V“, „D“), Griffbrettradius (7,25″ Vintage bis 16″ und flacher) und Bundstärke (Vintage bis Jumbo) prägen das Spielgefühl stark.

Mensur

Die Mensur (schwingende Saitenlänge) beeinflusst Saitenspannung und Klang: 628 mm (24,75″, Gibson) fühlt sich weicher an und klingt runder, 648 mm (25,5″, Fender) straffer und brillanter; PRS verwendet 635 mm (25″). Bariton- und Siebensaiter haben längere Mensuren (bis 686–762 mm), damit tiefe Saiten nicht „schlabbern“. Multiscale-Gitarren kombinieren kurze Diskant- und lange Bassmensuren.

5Tonabnehmer und Elektronik

Funktionsprinzip

Ein magnetischer Tonabnehmer besteht aus Permanentmagneten (Alnico oder Keramik) und einer Spule aus mehreren tausend Windungen feinen, lackisolierten Kupferdrahts (ca. 0,06 mm). Die magnetisierte Stahlsaite schwingt im Magnetfeld, verändert den magnetischen Fluss durch die Spule und induziert eine Wechselspannung (einige Hundert Millivolt). Tonabnehmer „hören“ also nur Stahlsaiten; Nylonsaiten brauchen Piezo-Systeme.

Die Spule wirkt zusammen mit Kabelkapazität und Potentiometern als Filter mit einer Resonanzspitze, meist zwischen 2 und 5 kHz. Mehr Windungen bedeuten mehr Ausgangsspannung, aber eine tiefere Resonanz und damit weniger Höhen. Deshalb klingen „heiße“ Tonabnehmer kräftiger und mittiger, schwächere offener und glasiger. Auch ein langes Kabel senkt die Resonanz hörbar.

TypAufbauGleichstromwiderstand (typ.)Klang
Single-Coil (Strat, Tele)eine Spule, Stabmagneteca. 5–8 kΩhell, klar, glockig, dynamisch; empfindlich für Brummen (50 Hz)
P-90eine breite, flache Spuleca. 7–9 kΩkräftiger, rau-mittig
Humbuckerzwei gegensinnig gewickelte Spulen mit entgegengesetzter Magnetpolarität, in Reiheca. 7,5–16 kΩvoll, warm, laut, brummfrei
Mini-Humbucker, Filter’Tronkompakte Humbuckerca. 4–8 kΩheller Humbucker-Klang
LipstickSingle-Coil im Metallröhrchenca. 4–5 kΩglasig, twangy (Danelectro)
Aktive Tonabnehmerniedrige Impedanz, eingebauter Vorverstärkerhohes, sehr gleichmäßiges Signal; beliebt im Metal
PiezoDruckabnehmer im Stegakustikähnlicher Klang (Hybridgitarren)

Der Humbucker unterdrückt Brummen, weil die Störspannung in beiden Spulen gegenphasig, das Saitensignal dagegen gleichphasig ankommt.

Schaltungen

Die Lage bestimmt den Grundklang: Der Tonabnehmer am Hals klingt rund und bassreich, der am Steg obertonreich und bissig, die Mittelposition dazwischen. Typische Bestückungen: SSS (Strat), SS (Tele), HH (Les Paul), HSS und HSH (Superstrats). Weitere Möglichkeiten sind der 5-Wege-Schalter der Strat mit „Zwischenpositionen“ (zwei Spulen parallel, leicht gegenphasig, „quacky“), Coil-Split (Humbucker als Single-Coil), Parallel-/Serienschaltung und Phasenumkehr. Die Potis (meist 250 kΩ für Single-Coils, 500 kΩ für Humbucker) und der Tonkondensator formen das Signal mit. Beim Zurückdrehen des Volume-Potis „räumt“ ein angezerrter Verstärker auf – eines der wichtigsten Ausdrucksmittel.

6Brücken und Vibratosysteme

SystemMerkmale
Feststehende BrückenTune-o-matic mit Stoptail (Gibson), Telecaster-Brücke, Hardtail; stimmstabil, viel Sustain
Bigsby (1950er)sanftes Vibrato mit Walze; Rockabilly, Country
Synchronized Tremolo (Stratocaster, 1954)ganze Brücke kippt gegen Federn; Vibrato bis etwa einen Ganzton
Floyd Rose (1977/79)doppelt klemmend (Sattel und Brückenreiter), Feinstimmer; extreme Dive-Bombs ohne Verstimmung; Metal, Shred
Kahler, Wilkinson, Gotoh, Evertuneweitere Systeme; Evertune hält die Stimmung mechanisch konstant

Der Vibratohebel heißt umgangssprachlich oft „Tremolo“, obwohl er die Tonhöhe (Vibrato) und nicht die Lautstärke (Tremolo) verändert – ein Missverständnis, das auf Leo Fenders Benennung zurückgeht.

7Tonumfang und Stimmungen

C1C2C3C4C5C6C7C8E-Gitarre: E2 (82.4 Hz) bis H5 (988 Hz)
Klingender Tonumfang E-Gitarre: E2 (82.4 Hz) bis H5 (988 Hz); hell markiert: mit Erweiterung bzw. Spezialtechnik erreichbar (C6 bis E6). Darstellung auf einer 88-Tasten-Klaviatur (wissenschaftliche Tonbezeichnung, a′ = A4 = 440 Hz).
StimmungSaiten (tief → hoch)Einsatz
StandardE A D G H Efast alle Stile
Halbton tiefer (E♭-Standard)E♭ A♭ D♭ G♭ B E♭Jimi Hendrix, Stevie Ray Vaughan, Guns N’ Roses, Van Halen
Drop DD A D G H EGrunge, Metal, Folk; Powerchords mit einem Finger
D-Standard, Drop C, C-Standardalle Saiten tieferDoom, Stoner, Metalcore
Open GD G D G H DKeith Richards (oft ohne tiefe Saite), Slide
Open D, Open ED A D F♯ A D; E H E G♯ H ESlide-Blues (Elmore James, Duane Allman)
DADGADD A D G A DFolk, Ambient, Jimmy Page („Kashmir“)
SiebensaiterH E A D G H EMetal, Jazz (George Van Eps, Lenny Breau), Progressive
AchtsaiterF♯ H E A D G H EDjent, Progressive Metal (Meshuggah, Tosin Abasi)
BaritonH E A D F♯ H oder A D G C E ASurf, Film, Metal

8Saiten

E-Gitarrensaiten bestehen aus Stahl; die tiefen Saiten sind mit Nickel, vernickeltem Stahl oder Edelstahl umwickelt. Die Stärke wird in Tausendstel Zoll angegeben (z. B. „10er-Satz“: .010 – .013 – .017 – .026 – .036 – .046).

SatzStärken (hohe e bis tiefe E)Charakter
Extra Light („9er“).009–.042leicht zu greifen und zu ziehen (Bendings); dünnerer Ton
Regular Light („10er“).010–.046Standard, ausgewogen
Medium („11er“).011–.049/.050mehr Ton, mehr Kraftaufwand; Jazz, Blues, tiefe Stimmungen
Heavy („12er“ und stärker).012–.052 und mehrJazz mit Flatwound, Drop-Stimmungen, Bariton

Roundwound-Saiten klingen brillant und sind Standard; Flatwound-Saiten (flach umwickelt) klingen warm und glatt (Jazz); beschichtete Saiten halten länger. Wer die Saitenstärke deutlich ändert, muss Halsstab, Oktavreinheit und gegebenenfalls Sattelkerben anpassen lassen.

9Setup

Die Einstellung entscheidet über Spielbarkeit und Intonation – eine günstige Gitarre mit gutem Setup spielt sich oft besser als eine teure mit schlechtem.

ParameterRichtwertWerkzeug
Halskrümmung (Relief)ca. 0,2–0,3 mm am 7./8. Bund (Saite am 1. und letzten Bund gedrückt)Halsstab
Saitenlageca. 1,5 mm (hohe e) bis 2,0 mm (tiefe E) am 12. BundBrückenreiter, Brückenhöhe
OktavreinheitFlageolett und gegriffener Ton am 12. Bund identischLängsverstellung der Reiter, Stimmgerät
SattelSaite am 1. Bund gedrückt: kleiner Abstand am ersten BundSattelfeilen (Werkstatt)
Tonabnehmerhöheca. 1,5–3 mm unter der gegriffenen Saite am letzten BundHöhenschrauben

10Verstärker

Der Verstärker ist bei der E-Gitarre Teil des Instruments. Er besteht aus Vorstufe (Klangformung, Verzerrung, Klangregelung), Endstufe (Leistung) und Lautsprecher; Combos vereinen alles in einem Gehäuse, Topteile werden mit separaten Boxen betrieben.

Geschichte

  • 1950er Fender „Tweed“-Verstärker (Deluxe, Bassman 4×10″ von 1957), in denen Gitarristen die übersteuerte Endstufe als warmen „Crunch“ entdecken.
  • 1958 Vox AC30 (Großbritannien) – der Klang der Beatles, Queen (Brian May) und vieler Indie-Bands.
  • 1962/63 Marshall JTM45, abgeleitet vom Bassman; ab 1965 die „Marshall-Wand“ mit 100-Watt-Topteilen und 4×12″-Boxen.
  • ab 1971 Mesa/Boogie Mark I: Vorstufen-Verzerrung mit Mastervolume – Verzerrung bei geringerer Lautstärke.
  • 1975 Roland JC-120 „Jazz Chorus“: Transistor-Standard für cleane Klänge.
  • 1998 Line 6 POD: digitale Verstärkersimulation im Taschenformat.
  • 2006/2011 Fractal Axe-Fx und Kemper Profiler: Studio- und Bühnenstandard für digitale Amp-Modelle und „Profile“ realer Verstärker.
  • ab 2020 Kompakte Modeler (u. a. Neural DSP Quad Cortex, Line 6 Helix, Boss GX) und Software-Plugins prägen Studio und Heimaufnahme.
VerstärkertypMerkmale
Röhrenverstärkerdynamisch, weiche Übersteuerung mit geradzahligen Obertönen, reagiert auf Anschlag; laut, schwer, wartungsintensiv (Röhrentausch)
Transistorverstärkerrobust, leicht, günstig; klare Cleansounds
Modeling / Profilingdigitale Nachbildung vieler Verstärker, Boxen und Mikrofone; Kopfhörer- und Direktbetrieb, Recording
HybridRöhrenvorstufe mit Transistorendstufe oder umgekehrt

Klangfamilien: der „amerikanische“ Clean-Klang (Fender) mit glasigen Höhen und viel Headroom; der „britische“ Crunch (Vox, Marshall) mit betonten Mitten; moderne High-Gain-Verstärker (Mesa, Peavey 5150, Engl, Diezel, Bogner) für Metal. Die Lautsprecherbox prägt den Klang entscheidend mit (1×12″, 2×12″, 4×12″; Lautsprecher wie Celestion Greenback, Vintage 30, Jensen).

11Effekte und Signalkette

GruppeEffekteHistorische Meilensteine
VerzerrungOverdrive (mild, röhrenartig), Distortion (stark), Fuzz (rechteckig, kratzig)Maestro FZ-1 Fuzz-Tone (1962, „Satisfaction“), Big Muff (1969), Ibanez Tube Screamer TS-808 (1979), Boss DS-1 (1978)
FilterWah-Wah, Envelope Filter (Auto-Wah), EQVox Wah (1966/67), Mu-Tron III (1972)
ModulationChorus, Flanger, Phaser, Tremolo, Vibrato, RotaryUni-Vibe (1968), MXR Phase 90 (1974), Boss CE-1 (1976)
ZeitDelay (Echo), Reverb (Hall)Bandecho (Echoplex, Watkins Copicat, Roland Space Echo 1974), Federhall
DynamikKompressor, Noise Gate, Volume-PedalDyna Comp (1970er)
TonhöheOctaver, Pitch Shifter, Harmonizer, WhammyDigiTech Whammy (1989), Eventide H3000
SonstigeLooper, Buffer, Multieffekt, Ambient-/Shimmer-Reverb

Typische Reihenfolge

Gitarre → Stimmgerät → Filter (Wah) → Kompressor → Verzerrer (Overdrive, Distortion, Fuzz) → Modulation (Chorus, Phaser, Flanger) → Zeiteffekte (Delay, Reverb) → Verstärker. Bei Verstärkern mit Effektweg kommen Modulation und Zeiteffekte in den Einschleifweg nach der Vorstufe, damit Echos nicht mitverzerrt werden. Fuzz-Pedale sollten meist direkt nach der Gitarre stehen. Regeln sind Richtlinien: Viele charakteristische Klänge entstehen gerade durch ungewöhnliche Reihenfolgen.

12Spieltechnik

Anschlag

TechnikBeschreibung
Wechselschlag (Alternate Picking)Ab- und Aufschlag im Wechsel; Grundlage für Präzision und Tempo
Economy und Sweep PickingWeiterführen der Bewegung über mehrere Saiten in eine Richtung; schnelle Arpeggien
Hybrid PickingPlektrum und Finger kombiniert (Country, Fusion)
Fingerstyleohne Plektrum (Mark Knopfler, Jeff Beck, Derek Trucks)
Palm MutingHandballen dämpft die Saiten nahe am Steg: kurzer, „chuggender“ Klang
Strumming, Muted StrumsAkkordschlag; im Funk mit abgedämpften Schlägen
Tremolo Pickingsehr schneller Wechselschlag auf einem Ton (Surf, Black Metal)

Greifhand

TechnikBeschreibung
PowerchordsGrundton und Quinte (ggf. Oktave); klingen mit Verzerrung klar
Barré- und JazzakkordeAkkorde mit Quer- oder Teilgriff, Voicings mit Optionstönen
BendingZiehen der Saite um Viertel-, Halb-, Ganz- oder größere Töne; Pre-Bend, Release, Unison-Bend
Vibratoregelmäßiges Schwanken der Tonhöhe mit dem Finger; „Handschrift“ eines Gitarristen
LegatoHammer-on, Pull-off, Slides; flüssige Linien ohne Anschlag
TappingAufschlagen auf das Griffbrett mit Fingern der Anschlaghand
Flageolettsnatürliche, künstliche und „Pinch Harmonics“ (Daumen berührt die Saite beim Anschlag)
SlideGlas- oder Metallröhrchen auf dem Finger, oft in offenen Stimmungen
VibratohebelDive-Bombs, Flutter, Vibrato mit dem Hebel
Rückkopplung (Feedback)kontrolliertes Aufschaukeln zwischen Gitarre und Verstärker (Hendrix)

Mit Verzerrung werden Nebengeräusche lauter; sauberes Abdämpfen nicht gespielter Saiten mit beiden Händen gehört daher zur Grundtechnik.

13Tabulatur und Notation

Die Tabulatur zeigt sechs Linien für die sechs Saiten (oben die hohe e-Saite) und Zahlen für die Bünde. Rhythmus wird oft zusätzlich in Notenschrift darüber angegeben. Gebräuchliche Zeichen: h Hammer-on, p Pull-off, / und \ Slide, b Bending (mit Angabe „½“, „full“), r Release, ~ Vibrato, PM Palm Muting, x abgedämpfter Ton, T Tapping, N.H./A.H./P.H. natürliches, künstliches, Pinch-Flageolett. Für Jazz, Studio und Musical ist das Lesen von Noten und Akkordsymbolen (Leadsheets) unverzichtbar.

14Stilistik

StilTypische MerkmaleWegweisende Gitarristinnen und Gitarristen
BluesPentatonik und Bluestonleiter, Bendings, Call and Response, ShuffleT-Bone Walker, B. B. King, Albert King, Freddie King, Buddy Guy, Muddy Waters, Stevie Ray Vaughan, Bonnie Raitt
Rock ’n’ Roll, RockabillyDouble-Stops, Boogie-Riffs, Slapback-EchoChuck Berry, Scotty Moore, Cliff Gallup, Eddie Cochran, Brian Setzer
SurfTremolo Picking, Federhall, VibratohebelDick Dale, The Ventures, The Shadows (Hank Marvin)
Rock, Classic RockRiffs, Powerchords, Soli über PentatonikJimi Hendrix, Eric Clapton, Jimmy Page, Jeff Beck, Keith Richards, Pete Townshend, David Gilmour, Brian May, Angus Young
Hard Rock, Heavy MetalHigh Gain, tiefe Stimmungen, präzise Riffs, virtuose SoliTony Iommi, Ritchie Blackmore, Eddie Van Halen, Randy Rhoads, James Hetfield, Kirk Hammett, Dimebag Darrell
Shred, NeoklassikSweep Picking, Tapping, Arpeggien, harmonisch MollYngwie Malmsteen, Steve Vai, Joe Satriani, Paul Gilbert, Jason Becker
Progressive, Djentungerade Takte, erweiterte Instrumente, PolyrhythmikJohn Petrucci, Tosin Abasi, Misha Mansoor, Plini
Funk, SoulSechzehntel-Rhythmusgitarre, Muted Strums, kleine AkkordfragmenteJimmy Nolen, Nile Rodgers, Curtis Mayfield, Prince, Cory Wong
JazzAkkordvoicings, Bebop-Linien, cleaner Ton, Walking-Bass-BegleitungCharlie Christian, Wes Montgomery, Joe Pass, Jim Hall, Pat Metheny, John Scofield, Bill Frisell, Kurt Rosenwinkel
FusionJazzharmonik mit RockklangJohn McLaughlin, Allan Holdsworth, Scott Henderson, Guthrie Govan
CountryChicken Picking, Hybrid Picking, B-Bender, Telecaster-TwangJames Burton, Albert Lee, Brent Mason, Brad Paisley
Punk, Indie, AlternativeEnergie vor Virtuosität, Barréakkorde, Arpeggien, EffektflächenJohnny Ramone, The Edge (Delay-Rhythmik), Johnny Marr, Kurt Cobain, Jonny Greenwood, Tom Morello, Jack White, St. Vincent
Pop, Singer-Songwritersongdienliche Parts, Arpeggien, HooksMark Knopfler, John Mayer, Nile Rodgers

15Die E-Gitarre weltweit

Die E-Gitarre verbreitete sich ab den 1950er-Jahren über Radio, Schallplatten, Militärbasen und Handel in alle Kontinente und wurde vielerorts mit lokalen Traditionen verschmolzen.

Region / StilMerkmaleNamen
Kongolesische Rumba, Soukous (Kongo, Zentralafrika)verschlungene, ineinandergreifende Gitarrenlinien in hoher Lage, „Sebene“-Teile zum TanzenFranco Luambo, Dr. Nico Kasanda, Diblo Dibala
Highlife, Afrobeat, Jùjú (Ghana, Nigeria)perkussive, repetitive Gitarrenmuster, Call and ResponseE. T. Mensah (Band), King Sunny Adé, Fela Kutis Band
Wüstenblues, Tishoumaren (Sahara)hypnotische Riffs, pentatonische Tuareg-MelodikAli Farka Touré, Tinariwen, Bombino, Mdou Moctar
ÄthiopienEthio-Jazz, pentatonische Modi (Qenet)Bands der „Éthiopiques“-Ära
Japan„Eleki-Boom“ der 1960er (Surf-Einfluss), später Rock, Metal, City Pop, J-RockTakeshi Terauchi, Char, Tak Matsumoto, Kazumi Watanabe
SüdostasienPsychedelic Rock der 1960er in Kambodscha und Thailand, Luk Thung, Mor Lam mit E-GitarreBands um Sinn Sisamouth und Ros Sereysothea
IndienFilmmusik (Bollywood), Indo-Rock, E-Gitarre in klassischer Musik (Slide „Mohan Veena“)Vishwa Mohan Bhatt (Slide), Prasanna
BrasilienTropicália, „Guitarra baiana“ (Trio elétrico, Salvador), MPB, Música caipiraOs Mutantes, Pepeu Gomes, Armandinho
Peru, Andenraum„Chicha“ (Cumbia mit Surf-Gitarre)Los Destellos, Juaneco y su Combo
Hawaii, PazifikLap Steel und Pedal SteelSol Hoʻopiʻi, Jerry Byrd
EuropaKrautrock, Schlager, Folk-Rock, Metal-Hochburg SkandinavienMichael Schenker, Uli Jon Roth (Deutschland), Rory Gallagher (Irland)

16Aufnahme und Verstärkung auf der Bühne

Im Studio wird der Verstärker meist mit einem dynamischen Mikrofon (klassisch: Shure SM57) direkt vor dem Lautsprecher abgenommen, oft kombiniert mit einem Bändchen- oder Kondensatormikrofon und einem Raummikrofon. Die Position zur Membranmitte bestimmt Helligkeit und Bass. Zusätzlich wird häufig ein cleanes DI-Signal aufgezeichnet, das später über Verstärker oder Plugins neu aufgenommen werden kann („Reamping“). Digitale Modeler mit Impulsantworten (IRs) von Lautsprecherboxen ermöglichen professionelle Aufnahmen ohne Lautstärke. Auf der Bühne setzen viele Bands heute auf direkte Signale ins Mischpult und In-Ear-Monitoring.

17Lautstärke, Gehör und Ergonomie

Röhrenverstärker mit 50–100 Watt erreichen weit über 110 dB. Regelmäßige hohe Pegel schädigen das Gehör dauerhaft (Tinnitus, Hörverlust). Deshalb gehören Gehörschutz (am besten angepasste Musiker-Otoplastiken), moderate Bühnenlautstärke, Mastervolume-Schaltungen, Attenuatoren (Leistungsbremsen) oder Modeler zur professionellen Praxis. Ergonomisch sind Gurthöhe (im Stehen etwa so hoch wie im Sitzen), Gewicht der Gitarre (leichte Hölzer, Chambering), breite Gurte und lockere Handgelenke wichtig; Linkshänder können gespiegelte Instrumente nutzen, die von allen großen Herstellern angeboten werden.

18Ausbildung und Lehrwerke

Die professionelle Ausbildung erfolgt an Hochschulen und Akademien für Popularmusik und Jazz – international etwa am Berklee College of Music (Boston), am Musicians Institute (Los Angeles, gegründet 1977 als Guitar Institute of Technology), am BIMM (Großbritannien); in Deutschland an der Popakademie Baden-Württemberg (Mannheim), an Jazz- und Pop-Studiengängen vieler Musikhochschulen und an privaten Akademien. Graduierte Prüfungssysteme wie Rockschool und Trinity (Großbritannien) sind international verbreitet; „Jugend musiziert“ hat Pop-Kategorien für E-Gitarre.

BereichLehrwerke (Auswahl)
EinstiegPeter Bursch „Gitarrenbuch“; Hal Leonard Guitar Method; verschiedene Musikschul-Schulen für Rock- und Popgitarre
Rock, TechnikPeter Fischer „Rock Guitar Secrets“ und „Masters of Rock Guitar“; Troy Stetina „Speed Mechanics“; Paul Gilbert „Intense Rock“
Grundlagen, NotenlesenWilliam Leavitt „A Modern Method for Guitar“ (Berklee)
Harmonik, JazzTed Greene „Chord Chemistry“ (1971); Mick Goodrick „The Advancing Guitarist“; Joe Pass „Guitar Style“; Jody Fisher „The Complete Jazz Guitar Method“
BluesJohn Ganapes „Blues You Can Use“

19Kauf und Kosten

KategorieRichtwert (neu)Hinweise
Einsteiger-Set (Gitarre + kleiner Verstärker)ca. 300–600 €Markeninstrument mit Werkstatt-Setup bevorzugen
Mittelklasse-Gitarreca. 600–1.500 €bessere Hardware, Tonabnehmer, Verarbeitung
Profiinstrument (Serie, USA/Japan)ca. 1.500–4.000 €
Custom Shop, Boutiqueab ca. 4.000 €handgefertigt
Übungsverstärker / Modelerca. 100–400 €mit Kopfhörer- und USB-Ausgang
Röhrencomboca. 600–3.000 €für Band und Bühne
ZubehörKabel, Gurt, Plektren, Stimmgerät, Ständer, Tasche: ca. 80–200 €

Checkliste beim Kauf

Hals gerade und Saitenlage angenehm? Bünde sauber abgerichtet, keine scharfen Bundenden? Oktavreinheit mit Stimmgerät prüfen. Alle Schalter und Potis ohne Knacken? Buchse fest? Hält die Gitarre die Stimmung, auch nach Bendings? Gewicht und Balance mit Gurt im Stehen testen (kopflastig?). Für Kinder: kurze Mensur (Short Scale, ca. 610 mm) oder 3/4-Modelle. Vintage-Instrumente: Originalteile, Echtheit und Zustand durch Fachleute prüfen lassen.

20Pflege und Wartung

  • Saiten je nach Spielpraxis alle 4–12 Wochen wechseln; Hände vor dem Spielen waschen, Saiten nach dem Spielen abwischen.
  • Griffbrett aus Palisander oder Ebenholz ein- bis zweimal jährlich beim Saitenwechsel reinigen und mit Griffbrettöl pflegen (Ahorngriffbretter nicht ölen).
  • Kratzende Potis und Schalter mit Kontaktspray reinigen; lose Buchsen festziehen.
  • Bei Klimawechsel (Heizperiode, Sommer) Halskrümmung beobachten; Halsstab nur in kleinen Schritten verstellen.
  • Gitarre nicht im heißen Auto oder an Heizkörpern lagern; im Winter nach Transport erst auf Raumtemperatur kommen lassen.
  • Röhrenverstärker: Röhren nach Bedarf wechseln lassen (Endstufenröhren oft alle 1–3 Jahre bei intensiver Nutzung); nie ohne Lautsprecher betreiben.

21E-Gitarre lernen

PhaseInhalte
Erste WochenHaltung, Plektrumtechnik, Stimmen, einfache Riffs, Powerchords, erste offene Akkorde
1. Jahroffene Akkorde, Akkordwechsel, Rhythmusmuster, Palm Muting, Pentatonik (1. Lage), Tabs und erste Noten, Songs mit Playalongs
2.–3. JahrBarréakkorde, Pentatonik über das Griffbrett, Bendings und Vibrato, Soloaufbau, Bandspiel, Sounds einstellen
4.–5. JahrDur- und Molltonleitern, Modi, Arpeggien, Stilistiken (Blues, Funk, Rock, Metal), Improvisation über Akkordfolgen
FortgeschrittenJazzakkorde und Voicings, Legato, Tapping, Sweep, Transkription, Recording, Komposition

Wirksam üben

Täglich 20–60 Minuten mit Metronom oder Drumloop; Technik langsam und entspannt aufbauen, erst dann Tempo steigern. Songs vollständig lernen und mit Aufnahmen mitspielen. Das Gehör trainieren: Riffs und Soli nach Gehör heraushören. Regelmäßig mit anderen spielen – die E-Gitarre ist ein Bandinstrument.

22Die E-Gitarre an der Musikschule Cuxhaven

Wir unterrichten E-Gitarre von den ersten Riffs bis zu Improvisation und Recording – in Rock, Pop, Blues, Funk, Metal und Jazz. Die Lehrkräfte beraten zu Instrument, Verstärker, Effekten und Setup und bringen Schülerinnen und Schüler in unseren Bands mit E-Bass, Schlagzeug und Keyboard zusammen. Grundlagen des Instruments: Gitarre.

23Häufige Fragen

Erst Konzertgitarre, dann E-Gitarre?Nicht nötig. Wer Rock und Pop spielen will, kann direkt mit der E-Gitarre beginnen; die dünnen Stahlsaiten und der schmale Hals sind oft sogar leichter.
Welcher Verstärker für zu Hause?Ein kleiner Modeling-Verstärker mit Kopfhörerausgang (5–30 Watt) genügt völlig; viele können per USB auch aufnehmen.
Single-Coil oder Humbucker?Single-Coils klingen heller und klarer, Humbucker voller und brummfrei. HSS- und HSH-Gitarren kombinieren beides.
Warum brummt meine Gitarre?Single-Coils fangen elektromagnetische Störungen auf (Bildschirme, Netzteile, Dimmer). Abhilfe: Position im Raum ändern, Humbucker oder brummfreie Single-Coils, Abschirmung, Noise Gate.
Tremolo oder Vibrato?Der „Tremolohebel“ verändert eigentlich die Tonhöhe, also ein Vibrato. Echtes Tremolo ist ein Lautstärkeschwanken, etwa als Verstärker- oder Pedaleffekt.
Braucht man Noten?Tabs genügen für den Einstieg. Für Jazz, Studio, Musical und Band-Arbeit sind Noten und Akkordsymbole sehr hilfreich.
Welche Saitenstärke für Anfänger?Meist 9er oder 10er Sätze; sie sind angenehm zu greifen und erlauben Bendings.

24Glossar

Action
Saitenlage, Abstand zwischen Saite und Bund.
Amp
Verstärker.
Bending
Ziehen der Saite zur Erhöhung der Tonhöhe.
Coil-Split
Abschalten einer Humbucker-Spule.
DI
Direktsignal zum Mischpult.
Feedback
Rückkopplung zwischen Gitarre und Verstärker.
Humbucker
Brummunterdrückender Doppelspulen-Tonabnehmer.
Impulsantwort (IR)
Digitales Abbild einer Lautsprecherbox und ihres Mikrofons.
Mensur
Schwingende Saitenlänge.
Modeler
Digitale Nachbildung von Verstärkern und Effekten.
Oktavreinheit
Korrekte Intonation entlang des Griffbretts.
Palm Muting
Abdämpfen mit dem Handballen.
Pedalboard
Brett mit Effektpedalen.
Pickup
Tonabnehmer.
Powerchord
Zweiklang aus Grundton und Quinte.
Reamping
Nachträgliches Abspielen eines DI-Signals über einen Verstärker.
Solidbody
Massiver Korpus ohne Hohlraum.
Tabulatur
Notation nach Saiten und Bünden.
Truss Rod
Halsstab zur Einstellung der Halskrümmung.

25Quellen und weiterführende Literatur

  • André Millard (Hg.): The Electric Guitar. A History of an American Icon. Johns Hopkins University Press 2004.
  • Tony Bacon: The Ultimate Guitar Book. Dorling Kindersley; ders.: The Stratocaster Guitar Book und The Les Paul Guide. Backbeat Books.
  • Dave Hunter: The Guitar Pickup Handbook. Backbeat Books 2008; ders.: The Guitar Amp Handbook.
  • Helmuth Lemme: Elektrogitarren – Technik und Sound. Elektor.
  • Manfred Zollner: Physik der Elektrogitarre. Hochschule Regensburg, 2014 (online verfügbar).
  • Brad Tolinski, Alan di Perna: Play It Loud. An Epic History of the Style, Sound, and Revolution of the Electric Guitar. Doubleday 2016.
  • Steve Waksman: Instruments of Desire. The Electric Guitar and the Shaping of Musical Experience. Harvard University Press 1999.
  • Andy Babiuk: Beatles Gear. Backbeat Books.

Stand: September 2026 · Redaktion Musikpedia der Musikschule Cuxhaven