Die E-Gitarre
Eine Gitarre, deren Saitenschwingung von Tonabnehmern in ein elektrisches Signal verwandelt wird – das Leitinstrument von Blues, Rock, Pop, Funk und Metal und eines der prägendsten Instrumente des 20. Jahrhunderts weltweit.
Die E-Gitarre teilt mit der akustischen Gitarre Stimmung, Griffbrett und Grundtechnik. Ihr Klang aber entsteht elektrisch: Magnetische Tonabnehmer wandeln die Schwingung der Stahlsaiten in ein Signal, das erst Verstärker, Lautsprecher und Effekte zum hörbaren Ton formen. Instrument, Kabel, Effektgeräte, Verstärker und Lautsprecher bilden daher gemeinsam das „Instrument“. Innerhalb weniger Jahrzehnte hat die E-Gitarre die Popularmusik weltweit umgestaltet – vom Chicago-Blues über Rock ’n’ Roll, britische Beatmusik, Hard Rock, Funk, Punk und Metal bis zur kongolesischen Rumba, zum westafrikanischen Wüstenblues und zum japanischen „Eleki“-Boom. Dieser Artikel behandelt Geschichte, Bau, Elektronik, Verstärkung, Technik, Stilistik und Praxis.
1Überblick und Einordnung
Die E-Gitarre ist ein Zupfinstrument, dessen Ton nicht (oder kaum) akustisch abgestrahlt, sondern elektromagnetisch abgenommen und elektronisch verstärkt wird. Organologisch ist sie ein Elektrophon auf der Grundlage eines Chordophons. Grundlagen wie Bünde, Stimmung, Akkorde und Notation behandelt der Artikel Gitarre; hier geht es um das Besondere: Bauformen, Elektronik, Verstärkung, Effekte und die spezifischen Spieltechniken und Stile.
Notiert wird im Violinschlüssel eine Oktave höher als klingend; in Rock und Pop ist die Tabulatur verbreitet, die Saiten und Bünde statt Tonhöhen angibt. Die E-Gitarre ist das zentrale Instrument von Bands und Combos; sie übernimmt Rhythmus (Akkorde, Riffs), Melodie (Themen, Soli) und Klangflächen.
2Geschichte
Vorgeschichte: der Wunsch nach Lautstärke
In den Big Bands der 1920er- und 1930er-Jahre ging die akustische Gitarre gegen Bläser und Schlagzeug unter. Instrumentenbauer reagierten mit größeren Archtop-Gitarren (Gibson L-5, 1922), Resonatorgitarren mit Metallkonen (National, Dobro, ab 1927) – und mit elektrischer Verstärkung. Erste Versuche mit Mikrofonen und Kontakttonabnehmern scheiterten an Rückkopplungen und schwachen Signalen.
Die ersten elektrischen Gitarren
- 1931/32 George Beauchamp und Paul Barth entwickeln den Hufeisenmagnet-Tonabnehmer; Adolph Rickenbacker produziert die „Frying Pan“, eine Lap-Steel-Gitarre aus Aluminium (Patent 1937).
- 1935/36 Gibson bringt die Lap Steel EH-150 und die Archtop ES-150 („Electric Spanish“) mit dem „Charlie-Christian-Tonabnehmer“ heraus.
- 1939–1941 Charlie Christian macht im Benny-Goodman-Sextett die E-Gitarre zum Soloinstrument des Jazz. Parallel spielt Sister Rosetta Tharpe im Gospel eine der frühen elektrischen Gitarren – sie gilt heute als eine Wegbereiterin des Rock ’n’ Roll.
- um 1940 Les Paul baut „The Log“, einen massiven Holzbalken mit Tonabnehmern und angesetzten Korpusflügeln, um Rückkopplungen und langes Sustain zu erreichen. Etwa gleichzeitig arbeiten Paul Bigsby und Merle Travis an einer Solidbody.
- 1950/51 Leo Fender bringt die Esquire und die Broadcaster heraus, ab 1951 Telecaster genannt: die erste in Serie gebaute Solidbody-E-Gitarre mit angeschraubtem Hals – einfach, robust, reparaturfreundlich.
- 1952 Gibson antwortet mit der Les Paul (gewölbte Ahorndecke auf Mahagonikorpus, eingeleimter Hals).
- 1954 Fender Stratocaster: ergonomisch geformter Korpus, drei Single-Coils, integriertes Vibratosystem – bis heute die meistkopierte Gitarrenform.
- 1955–1957 Seth Lover entwickelt bei Gibson den brummunterdrückenden Humbucker („PAF“ nach dem Aufkleber „Patent Applied For“; Patent 1959).
- 1958 Gibson ES-335 (Semi-Hollow), Flying V und Explorer; Fender Jazzmaster. Rickenbacker, Gretsch und Danelectro prägen weitere Klangwelten.
Die E-Gitarre erobert die Welt
Chicago-Bluesmusiker wie Muddy Waters, Elmore James und B. B. King elektrifizierten in den 1940er- und 1950er-Jahren den Blues; T-Bone Walker hatte schon ab 1940 das elektrische Blues-Solo geprägt. Chuck Berry, Scotty Moore (bei Elvis Presley) und Buddy Holly machten die E-Gitarre zum Symbol des Rock ’n’ Roll. In Großbritannien lösten Hank Marvin (The Shadows) und später die Beat-Bands um die Beatles, die Rolling Stones und The Who einen Boom aus; Jimi Hendrix (1966–1970) erweiterte Klang und Technik radikal mit Rückkopplung, Fuzz, Wah-Wah und Vibratohebel. In den 1970er-Jahren folgten Hard Rock und Heavy Metal (Tony Iommi, Ritchie Blackmore, Jimmy Page), Funk (Nile Rodgers), Punk; 1978 machte Eddie Van Halen das beidhändige Tapping populär. Seit den 1980er-Jahren entstanden Shred, Grunge, Alternative, Nu Metal und Djent mit sieben- und achtsaitigen Gitarren.
Hersteller weltweit
| Land | Hersteller (Auswahl) |
|---|---|
| USA | Fender (seit 1946), Gibson (seit 1902), Gretsch, Rickenbacker, Danelectro, Music Man, PRS (seit 1985), Jackson/Charvel, Suhr, Tom Anderson |
| Japan | Ibanez (Hoshino Gakki), Yamaha, ESP, Tokai, Greco, Fujigen (Fertigung für viele Marken) |
| Deutschland | Höfner, Framus, Warwick, Duesenberg, Hanika |
| Großbritannien, Skandinavien, Italien | Burns, Vox (Gitarren), Hagström (Schweden), Eko (Italien) |
| Korea, China, Indonesien, Mexiko | Fertigung für nahezu alle großen Marken, besonders im Einsteiger- und Mittelklassebereich (Squier, Epiphone) |
3Bauformen
| Bauform | Merkmale | Klassiker | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| Solidbody | massiver Korpus, kaum Rückkopplung, langes Sustain | Telecaster, Stratocaster, Les Paul, SG | Rock, Pop, Blues, Metal, Country |
| Chambered | massiver Korpus mit ausgefrästen Kammern | Gewichtsreduzierte Les-Paul-Modelle, Tele Thinline | leichter, luftiger Klang |
| Semi-Hollow | hohler Korpus mit massivem Mittelblock | Gibson ES-335, ES-339 | Blues, Rock, Jazz, Indie |
| Hollowbody / Archtop | vollständig hohl, gewölbte Decke, f-Löcher | Gibson L-5 CES, ES-175, Gretsch 6120 | Jazz, Rockabilly |
| Offset | asymmetrischer Korpus, lange Vibratosysteme | Fender Jazzmaster, Jaguar | Surf, Indie, Shoegaze |
| Superstrat | Strat-Form, Humbucker, Floyd Rose, 24 Bünde, flacher Hals | Ibanez RG, Jackson Soloist | Hard Rock, Metal, Shred |
| Erweiterter Umfang | 7- oder 8-Saiter, Bariton, Multiscale (gefächerte Bünde) | Ibanez RG7, Strandberg | Metal, Djent, Progressive |
| Zwölfsaitige E-Gitarre | sechs Saitenpaare | Rickenbacker 360/12 | Byrds, Beatles („A Hard Day’s Night“) |
| Headless, Reisegitarren | ohne Kopfplatte, kompakt | Steinberger, Strandberg | Reisen, Ergonomie |
4Hölzer und Konstruktion
| Holz | Verwendung | Klangtendenz (umstritten, klein gegenüber Elektronik) |
|---|---|---|
| Erle | Korpus (Stratocaster) | ausgewogen, mittig |
| Sumpfesche, Esche | Korpus (Telecaster, frühe Strats) | hell, drahtig, offen |
| Mahagoni | Korpus und Hals (Les Paul, SG) | warm, mittig |
| Ahorn (geflammt, gequiltet) | Hals, Griffbrett, Decken | klar, brillant, schnelle Ansprache |
| Linde (Basswood) | Korpus (viele Superstrats) | neutral, leicht |
| Palisander, Ebenholz, Pau Ferro, Richlite | Griffbrett | Griffgefühl, Optik |
| Geröstetes Holz (Roasted Maple) | Hals | stabiler bei Klimaschwankungen |
Hals
Der Hals ist geschraubt (Bolt-on, typisch Fender), eingeleimt (Set-neck, typisch Gibson) oder durchgehend (Neck-through, Hals und Korpusmitte aus einem Stück). Im Hals liegt ein verstellbarer Halsstab (Truss Rod), der dem Saitenzug entgegenwirkt. Halsprofile („C“, „U“, „V“, „D“), Griffbrettradius (7,25″ Vintage bis 16″ und flacher) und Bundstärke (Vintage bis Jumbo) prägen das Spielgefühl stark.
Mensur
Die Mensur (schwingende Saitenlänge) beeinflusst Saitenspannung und Klang: 628 mm (24,75″, Gibson) fühlt sich weicher an und klingt runder, 648 mm (25,5″, Fender) straffer und brillanter; PRS verwendet 635 mm (25″). Bariton- und Siebensaiter haben längere Mensuren (bis 686–762 mm), damit tiefe Saiten nicht „schlabbern“. Multiscale-Gitarren kombinieren kurze Diskant- und lange Bassmensuren.
5Tonabnehmer und Elektronik
Funktionsprinzip
Ein magnetischer Tonabnehmer besteht aus Permanentmagneten (Alnico oder Keramik) und einer Spule aus mehreren tausend Windungen feinen, lackisolierten Kupferdrahts (ca. 0,06 mm). Die magnetisierte Stahlsaite schwingt im Magnetfeld, verändert den magnetischen Fluss durch die Spule und induziert eine Wechselspannung (einige Hundert Millivolt). Tonabnehmer „hören“ also nur Stahlsaiten; Nylonsaiten brauchen Piezo-Systeme.
Die Spule wirkt zusammen mit Kabelkapazität und Potentiometern als Filter mit einer Resonanzspitze, meist zwischen 2 und 5 kHz. Mehr Windungen bedeuten mehr Ausgangsspannung, aber eine tiefere Resonanz und damit weniger Höhen. Deshalb klingen „heiße“ Tonabnehmer kräftiger und mittiger, schwächere offener und glasiger. Auch ein langes Kabel senkt die Resonanz hörbar.
| Typ | Aufbau | Gleichstromwiderstand (typ.) | Klang |
|---|---|---|---|
| Single-Coil (Strat, Tele) | eine Spule, Stabmagnete | ca. 5–8 kΩ | hell, klar, glockig, dynamisch; empfindlich für Brummen (50 Hz) |
| P-90 | eine breite, flache Spule | ca. 7–9 kΩ | kräftiger, rau-mittig |
| Humbucker | zwei gegensinnig gewickelte Spulen mit entgegengesetzter Magnetpolarität, in Reihe | ca. 7,5–16 kΩ | voll, warm, laut, brummfrei |
| Mini-Humbucker, Filter’Tron | kompakte Humbucker | ca. 4–8 kΩ | heller Humbucker-Klang |
| Lipstick | Single-Coil im Metallröhrchen | ca. 4–5 kΩ | glasig, twangy (Danelectro) |
| Aktive Tonabnehmer | niedrige Impedanz, eingebauter Vorverstärker | – | hohes, sehr gleichmäßiges Signal; beliebt im Metal |
| Piezo | Druckabnehmer im Steg | – | akustikähnlicher Klang (Hybridgitarren) |
Der Humbucker unterdrückt Brummen, weil die Störspannung in beiden Spulen gegenphasig, das Saitensignal dagegen gleichphasig ankommt.
Schaltungen
Die Lage bestimmt den Grundklang: Der Tonabnehmer am Hals klingt rund und bassreich, der am Steg obertonreich und bissig, die Mittelposition dazwischen. Typische Bestückungen: SSS (Strat), SS (Tele), HH (Les Paul), HSS und HSH (Superstrats). Weitere Möglichkeiten sind der 5-Wege-Schalter der Strat mit „Zwischenpositionen“ (zwei Spulen parallel, leicht gegenphasig, „quacky“), Coil-Split (Humbucker als Single-Coil), Parallel-/Serienschaltung und Phasenumkehr. Die Potis (meist 250 kΩ für Single-Coils, 500 kΩ für Humbucker) und der Tonkondensator formen das Signal mit. Beim Zurückdrehen des Volume-Potis „räumt“ ein angezerrter Verstärker auf – eines der wichtigsten Ausdrucksmittel.
6Brücken und Vibratosysteme
| System | Merkmale |
|---|---|
| Feststehende Brücken | Tune-o-matic mit Stoptail (Gibson), Telecaster-Brücke, Hardtail; stimmstabil, viel Sustain |
| Bigsby (1950er) | sanftes Vibrato mit Walze; Rockabilly, Country |
| Synchronized Tremolo (Stratocaster, 1954) | ganze Brücke kippt gegen Federn; Vibrato bis etwa einen Ganzton |
| Floyd Rose (1977/79) | doppelt klemmend (Sattel und Brückenreiter), Feinstimmer; extreme Dive-Bombs ohne Verstimmung; Metal, Shred |
| Kahler, Wilkinson, Gotoh, Evertune | weitere Systeme; Evertune hält die Stimmung mechanisch konstant |
Der Vibratohebel heißt umgangssprachlich oft „Tremolo“, obwohl er die Tonhöhe (Vibrato) und nicht die Lautstärke (Tremolo) verändert – ein Missverständnis, das auf Leo Fenders Benennung zurückgeht.
7Tonumfang und Stimmungen
| Stimmung | Saiten (tief → hoch) | Einsatz |
|---|---|---|
| Standard | E A D G H E | fast alle Stile |
| Halbton tiefer (E♭-Standard) | E♭ A♭ D♭ G♭ B E♭ | Jimi Hendrix, Stevie Ray Vaughan, Guns N’ Roses, Van Halen |
| Drop D | D A D G H E | Grunge, Metal, Folk; Powerchords mit einem Finger |
| D-Standard, Drop C, C-Standard | alle Saiten tiefer | Doom, Stoner, Metalcore |
| Open G | D G D G H D | Keith Richards (oft ohne tiefe Saite), Slide |
| Open D, Open E | D A D F♯ A D; E H E G♯ H E | Slide-Blues (Elmore James, Duane Allman) |
| DADGAD | D A D G A D | Folk, Ambient, Jimmy Page („Kashmir“) |
| Siebensaiter | H E A D G H E | Metal, Jazz (George Van Eps, Lenny Breau), Progressive |
| Achtsaiter | F♯ H E A D G H E | Djent, Progressive Metal (Meshuggah, Tosin Abasi) |
| Bariton | H E A D F♯ H oder A D G C E A | Surf, Film, Metal |
8Saiten
E-Gitarrensaiten bestehen aus Stahl; die tiefen Saiten sind mit Nickel, vernickeltem Stahl oder Edelstahl umwickelt. Die Stärke wird in Tausendstel Zoll angegeben (z. B. „10er-Satz“: .010 – .013 – .017 – .026 – .036 – .046).
| Satz | Stärken (hohe e bis tiefe E) | Charakter |
|---|---|---|
| Extra Light („9er“) | .009–.042 | leicht zu greifen und zu ziehen (Bendings); dünnerer Ton |
| Regular Light („10er“) | .010–.046 | Standard, ausgewogen |
| Medium („11er“) | .011–.049/.050 | mehr Ton, mehr Kraftaufwand; Jazz, Blues, tiefe Stimmungen |
| Heavy („12er“ und stärker) | .012–.052 und mehr | Jazz mit Flatwound, Drop-Stimmungen, Bariton |
Roundwound-Saiten klingen brillant und sind Standard; Flatwound-Saiten (flach umwickelt) klingen warm und glatt (Jazz); beschichtete Saiten halten länger. Wer die Saitenstärke deutlich ändert, muss Halsstab, Oktavreinheit und gegebenenfalls Sattelkerben anpassen lassen.
9Setup
Die Einstellung entscheidet über Spielbarkeit und Intonation – eine günstige Gitarre mit gutem Setup spielt sich oft besser als eine teure mit schlechtem.
| Parameter | Richtwert | Werkzeug |
|---|---|---|
| Halskrümmung (Relief) | ca. 0,2–0,3 mm am 7./8. Bund (Saite am 1. und letzten Bund gedrückt) | Halsstab |
| Saitenlage | ca. 1,5 mm (hohe e) bis 2,0 mm (tiefe E) am 12. Bund | Brückenreiter, Brückenhöhe |
| Oktavreinheit | Flageolett und gegriffener Ton am 12. Bund identisch | Längsverstellung der Reiter, Stimmgerät |
| Sattel | Saite am 1. Bund gedrückt: kleiner Abstand am ersten Bund | Sattelfeilen (Werkstatt) |
| Tonabnehmerhöhe | ca. 1,5–3 mm unter der gegriffenen Saite am letzten Bund | Höhenschrauben |
10Verstärker
Der Verstärker ist bei der E-Gitarre Teil des Instruments. Er besteht aus Vorstufe (Klangformung, Verzerrung, Klangregelung), Endstufe (Leistung) und Lautsprecher; Combos vereinen alles in einem Gehäuse, Topteile werden mit separaten Boxen betrieben.
Geschichte
- 1950er Fender „Tweed“-Verstärker (Deluxe, Bassman 4×10″ von 1957), in denen Gitarristen die übersteuerte Endstufe als warmen „Crunch“ entdecken.
- 1958 Vox AC30 (Großbritannien) – der Klang der Beatles, Queen (Brian May) und vieler Indie-Bands.
- 1962/63 Marshall JTM45, abgeleitet vom Bassman; ab 1965 die „Marshall-Wand“ mit 100-Watt-Topteilen und 4×12″-Boxen.
- ab 1971 Mesa/Boogie Mark I: Vorstufen-Verzerrung mit Mastervolume – Verzerrung bei geringerer Lautstärke.
- 1975 Roland JC-120 „Jazz Chorus“: Transistor-Standard für cleane Klänge.
- 1998 Line 6 POD: digitale Verstärkersimulation im Taschenformat.
- 2006/2011 Fractal Axe-Fx und Kemper Profiler: Studio- und Bühnenstandard für digitale Amp-Modelle und „Profile“ realer Verstärker.
- ab 2020 Kompakte Modeler (u. a. Neural DSP Quad Cortex, Line 6 Helix, Boss GX) und Software-Plugins prägen Studio und Heimaufnahme.
| Verstärkertyp | Merkmale |
|---|---|
| Röhrenverstärker | dynamisch, weiche Übersteuerung mit geradzahligen Obertönen, reagiert auf Anschlag; laut, schwer, wartungsintensiv (Röhrentausch) |
| Transistorverstärker | robust, leicht, günstig; klare Cleansounds |
| Modeling / Profiling | digitale Nachbildung vieler Verstärker, Boxen und Mikrofone; Kopfhörer- und Direktbetrieb, Recording |
| Hybrid | Röhrenvorstufe mit Transistorendstufe oder umgekehrt |
Klangfamilien: der „amerikanische“ Clean-Klang (Fender) mit glasigen Höhen und viel Headroom; der „britische“ Crunch (Vox, Marshall) mit betonten Mitten; moderne High-Gain-Verstärker (Mesa, Peavey 5150, Engl, Diezel, Bogner) für Metal. Die Lautsprecherbox prägt den Klang entscheidend mit (1×12″, 2×12″, 4×12″; Lautsprecher wie Celestion Greenback, Vintage 30, Jensen).
11Effekte und Signalkette
| Gruppe | Effekte | Historische Meilensteine |
|---|---|---|
| Verzerrung | Overdrive (mild, röhrenartig), Distortion (stark), Fuzz (rechteckig, kratzig) | Maestro FZ-1 Fuzz-Tone (1962, „Satisfaction“), Big Muff (1969), Ibanez Tube Screamer TS-808 (1979), Boss DS-1 (1978) |
| Filter | Wah-Wah, Envelope Filter (Auto-Wah), EQ | Vox Wah (1966/67), Mu-Tron III (1972) |
| Modulation | Chorus, Flanger, Phaser, Tremolo, Vibrato, Rotary | Uni-Vibe (1968), MXR Phase 90 (1974), Boss CE-1 (1976) |
| Zeit | Delay (Echo), Reverb (Hall) | Bandecho (Echoplex, Watkins Copicat, Roland Space Echo 1974), Federhall |
| Dynamik | Kompressor, Noise Gate, Volume-Pedal | Dyna Comp (1970er) |
| Tonhöhe | Octaver, Pitch Shifter, Harmonizer, Whammy | DigiTech Whammy (1989), Eventide H3000 |
| Sonstige | Looper, Buffer, Multieffekt, Ambient-/Shimmer-Reverb | – |
Typische Reihenfolge
Gitarre → Stimmgerät → Filter (Wah) → Kompressor → Verzerrer (Overdrive, Distortion, Fuzz) → Modulation (Chorus, Phaser, Flanger) → Zeiteffekte (Delay, Reverb) → Verstärker. Bei Verstärkern mit Effektweg kommen Modulation und Zeiteffekte in den Einschleifweg nach der Vorstufe, damit Echos nicht mitverzerrt werden. Fuzz-Pedale sollten meist direkt nach der Gitarre stehen. Regeln sind Richtlinien: Viele charakteristische Klänge entstehen gerade durch ungewöhnliche Reihenfolgen.12Spieltechnik
Anschlag
| Technik | Beschreibung |
|---|---|
| Wechselschlag (Alternate Picking) | Ab- und Aufschlag im Wechsel; Grundlage für Präzision und Tempo |
| Economy und Sweep Picking | Weiterführen der Bewegung über mehrere Saiten in eine Richtung; schnelle Arpeggien |
| Hybrid Picking | Plektrum und Finger kombiniert (Country, Fusion) |
| Fingerstyle | ohne Plektrum (Mark Knopfler, Jeff Beck, Derek Trucks) |
| Palm Muting | Handballen dämpft die Saiten nahe am Steg: kurzer, „chuggender“ Klang |
| Strumming, Muted Strums | Akkordschlag; im Funk mit abgedämpften Schlägen |
| Tremolo Picking | sehr schneller Wechselschlag auf einem Ton (Surf, Black Metal) |
Greifhand
| Technik | Beschreibung |
|---|---|
| Powerchords | Grundton und Quinte (ggf. Oktave); klingen mit Verzerrung klar |
| Barré- und Jazzakkorde | Akkorde mit Quer- oder Teilgriff, Voicings mit Optionstönen |
| Bending | Ziehen der Saite um Viertel-, Halb-, Ganz- oder größere Töne; Pre-Bend, Release, Unison-Bend |
| Vibrato | regelmäßiges Schwanken der Tonhöhe mit dem Finger; „Handschrift“ eines Gitarristen |
| Legato | Hammer-on, Pull-off, Slides; flüssige Linien ohne Anschlag |
| Tapping | Aufschlagen auf das Griffbrett mit Fingern der Anschlaghand |
| Flageoletts | natürliche, künstliche und „Pinch Harmonics“ (Daumen berührt die Saite beim Anschlag) |
| Slide | Glas- oder Metallröhrchen auf dem Finger, oft in offenen Stimmungen |
| Vibratohebel | Dive-Bombs, Flutter, Vibrato mit dem Hebel |
| Rückkopplung (Feedback) | kontrolliertes Aufschaukeln zwischen Gitarre und Verstärker (Hendrix) |
Mit Verzerrung werden Nebengeräusche lauter; sauberes Abdämpfen nicht gespielter Saiten mit beiden Händen gehört daher zur Grundtechnik.
13Tabulatur und Notation
Die Tabulatur zeigt sechs Linien für die sechs Saiten (oben die hohe e-Saite) und Zahlen für die Bünde. Rhythmus wird oft zusätzlich in Notenschrift darüber angegeben. Gebräuchliche Zeichen: h Hammer-on, p Pull-off, / und \ Slide, b Bending (mit Angabe „½“, „full“), r Release, ~ Vibrato, PM Palm Muting, x abgedämpfter Ton, T Tapping, N.H./A.H./P.H. natürliches, künstliches, Pinch-Flageolett. Für Jazz, Studio und Musical ist das Lesen von Noten und Akkordsymbolen (Leadsheets) unverzichtbar.
14Stilistik
| Stil | Typische Merkmale | Wegweisende Gitarristinnen und Gitarristen |
|---|---|---|
| Blues | Pentatonik und Bluestonleiter, Bendings, Call and Response, Shuffle | T-Bone Walker, B. B. King, Albert King, Freddie King, Buddy Guy, Muddy Waters, Stevie Ray Vaughan, Bonnie Raitt |
| Rock ’n’ Roll, Rockabilly | Double-Stops, Boogie-Riffs, Slapback-Echo | Chuck Berry, Scotty Moore, Cliff Gallup, Eddie Cochran, Brian Setzer |
| Surf | Tremolo Picking, Federhall, Vibratohebel | Dick Dale, The Ventures, The Shadows (Hank Marvin) |
| Rock, Classic Rock | Riffs, Powerchords, Soli über Pentatonik | Jimi Hendrix, Eric Clapton, Jimmy Page, Jeff Beck, Keith Richards, Pete Townshend, David Gilmour, Brian May, Angus Young |
| Hard Rock, Heavy Metal | High Gain, tiefe Stimmungen, präzise Riffs, virtuose Soli | Tony Iommi, Ritchie Blackmore, Eddie Van Halen, Randy Rhoads, James Hetfield, Kirk Hammett, Dimebag Darrell |
| Shred, Neoklassik | Sweep Picking, Tapping, Arpeggien, harmonisch Moll | Yngwie Malmsteen, Steve Vai, Joe Satriani, Paul Gilbert, Jason Becker |
| Progressive, Djent | ungerade Takte, erweiterte Instrumente, Polyrhythmik | John Petrucci, Tosin Abasi, Misha Mansoor, Plini |
| Funk, Soul | Sechzehntel-Rhythmusgitarre, Muted Strums, kleine Akkordfragmente | Jimmy Nolen, Nile Rodgers, Curtis Mayfield, Prince, Cory Wong |
| Jazz | Akkordvoicings, Bebop-Linien, cleaner Ton, Walking-Bass-Begleitung | Charlie Christian, Wes Montgomery, Joe Pass, Jim Hall, Pat Metheny, John Scofield, Bill Frisell, Kurt Rosenwinkel |
| Fusion | Jazzharmonik mit Rockklang | John McLaughlin, Allan Holdsworth, Scott Henderson, Guthrie Govan |
| Country | Chicken Picking, Hybrid Picking, B-Bender, Telecaster-Twang | James Burton, Albert Lee, Brent Mason, Brad Paisley |
| Punk, Indie, Alternative | Energie vor Virtuosität, Barréakkorde, Arpeggien, Effektflächen | Johnny Ramone, The Edge (Delay-Rhythmik), Johnny Marr, Kurt Cobain, Jonny Greenwood, Tom Morello, Jack White, St. Vincent |
| Pop, Singer-Songwriter | songdienliche Parts, Arpeggien, Hooks | Mark Knopfler, John Mayer, Nile Rodgers |
15Die E-Gitarre weltweit
Die E-Gitarre verbreitete sich ab den 1950er-Jahren über Radio, Schallplatten, Militärbasen und Handel in alle Kontinente und wurde vielerorts mit lokalen Traditionen verschmolzen.
| Region / Stil | Merkmale | Namen |
|---|---|---|
| Kongolesische Rumba, Soukous (Kongo, Zentralafrika) | verschlungene, ineinandergreifende Gitarrenlinien in hoher Lage, „Sebene“-Teile zum Tanzen | Franco Luambo, Dr. Nico Kasanda, Diblo Dibala |
| Highlife, Afrobeat, Jùjú (Ghana, Nigeria) | perkussive, repetitive Gitarrenmuster, Call and Response | E. T. Mensah (Band), King Sunny Adé, Fela Kutis Band |
| Wüstenblues, Tishoumaren (Sahara) | hypnotische Riffs, pentatonische Tuareg-Melodik | Ali Farka Touré, Tinariwen, Bombino, Mdou Moctar |
| Äthiopien | Ethio-Jazz, pentatonische Modi (Qenet) | Bands der „Éthiopiques“-Ära |
| Japan | „Eleki-Boom“ der 1960er (Surf-Einfluss), später Rock, Metal, City Pop, J-Rock | Takeshi Terauchi, Char, Tak Matsumoto, Kazumi Watanabe |
| Südostasien | Psychedelic Rock der 1960er in Kambodscha und Thailand, Luk Thung, Mor Lam mit E-Gitarre | Bands um Sinn Sisamouth und Ros Sereysothea |
| Indien | Filmmusik (Bollywood), Indo-Rock, E-Gitarre in klassischer Musik (Slide „Mohan Veena“) | Vishwa Mohan Bhatt (Slide), Prasanna |
| Brasilien | Tropicália, „Guitarra baiana“ (Trio elétrico, Salvador), MPB, Música caipira | Os Mutantes, Pepeu Gomes, Armandinho |
| Peru, Andenraum | „Chicha“ (Cumbia mit Surf-Gitarre) | Los Destellos, Juaneco y su Combo |
| Hawaii, Pazifik | Lap Steel und Pedal Steel | Sol Hoʻopiʻi, Jerry Byrd |
| Europa | Krautrock, Schlager, Folk-Rock, Metal-Hochburg Skandinavien | Michael Schenker, Uli Jon Roth (Deutschland), Rory Gallagher (Irland) |
16Aufnahme und Verstärkung auf der Bühne
Im Studio wird der Verstärker meist mit einem dynamischen Mikrofon (klassisch: Shure SM57) direkt vor dem Lautsprecher abgenommen, oft kombiniert mit einem Bändchen- oder Kondensatormikrofon und einem Raummikrofon. Die Position zur Membranmitte bestimmt Helligkeit und Bass. Zusätzlich wird häufig ein cleanes DI-Signal aufgezeichnet, das später über Verstärker oder Plugins neu aufgenommen werden kann („Reamping“). Digitale Modeler mit Impulsantworten (IRs) von Lautsprecherboxen ermöglichen professionelle Aufnahmen ohne Lautstärke. Auf der Bühne setzen viele Bands heute auf direkte Signale ins Mischpult und In-Ear-Monitoring.
17Lautstärke, Gehör und Ergonomie
Röhrenverstärker mit 50–100 Watt erreichen weit über 110 dB. Regelmäßige hohe Pegel schädigen das Gehör dauerhaft (Tinnitus, Hörverlust). Deshalb gehören Gehörschutz (am besten angepasste Musiker-Otoplastiken), moderate Bühnenlautstärke, Mastervolume-Schaltungen, Attenuatoren (Leistungsbremsen) oder Modeler zur professionellen Praxis. Ergonomisch sind Gurthöhe (im Stehen etwa so hoch wie im Sitzen), Gewicht der Gitarre (leichte Hölzer, Chambering), breite Gurte und lockere Handgelenke wichtig; Linkshänder können gespiegelte Instrumente nutzen, die von allen großen Herstellern angeboten werden.
18Ausbildung und Lehrwerke
Die professionelle Ausbildung erfolgt an Hochschulen und Akademien für Popularmusik und Jazz – international etwa am Berklee College of Music (Boston), am Musicians Institute (Los Angeles, gegründet 1977 als Guitar Institute of Technology), am BIMM (Großbritannien); in Deutschland an der Popakademie Baden-Württemberg (Mannheim), an Jazz- und Pop-Studiengängen vieler Musikhochschulen und an privaten Akademien. Graduierte Prüfungssysteme wie Rockschool und Trinity (Großbritannien) sind international verbreitet; „Jugend musiziert“ hat Pop-Kategorien für E-Gitarre.
| Bereich | Lehrwerke (Auswahl) |
|---|---|
| Einstieg | Peter Bursch „Gitarrenbuch“; Hal Leonard Guitar Method; verschiedene Musikschul-Schulen für Rock- und Popgitarre |
| Rock, Technik | Peter Fischer „Rock Guitar Secrets“ und „Masters of Rock Guitar“; Troy Stetina „Speed Mechanics“; Paul Gilbert „Intense Rock“ |
| Grundlagen, Notenlesen | William Leavitt „A Modern Method for Guitar“ (Berklee) |
| Harmonik, Jazz | Ted Greene „Chord Chemistry“ (1971); Mick Goodrick „The Advancing Guitarist“; Joe Pass „Guitar Style“; Jody Fisher „The Complete Jazz Guitar Method“ |
| Blues | John Ganapes „Blues You Can Use“ |
19Kauf und Kosten
| Kategorie | Richtwert (neu) | Hinweise |
|---|---|---|
| Einsteiger-Set (Gitarre + kleiner Verstärker) | ca. 300–600 € | Markeninstrument mit Werkstatt-Setup bevorzugen |
| Mittelklasse-Gitarre | ca. 600–1.500 € | bessere Hardware, Tonabnehmer, Verarbeitung |
| Profiinstrument (Serie, USA/Japan) | ca. 1.500–4.000 € | – |
| Custom Shop, Boutique | ab ca. 4.000 € | handgefertigt |
| Übungsverstärker / Modeler | ca. 100–400 € | mit Kopfhörer- und USB-Ausgang |
| Röhrencombo | ca. 600–3.000 € | für Band und Bühne |
| Zubehör | Kabel, Gurt, Plektren, Stimmgerät, Ständer, Tasche: ca. 80–200 € | – |
Checkliste beim Kauf
Hals gerade und Saitenlage angenehm? Bünde sauber abgerichtet, keine scharfen Bundenden? Oktavreinheit mit Stimmgerät prüfen. Alle Schalter und Potis ohne Knacken? Buchse fest? Hält die Gitarre die Stimmung, auch nach Bendings? Gewicht und Balance mit Gurt im Stehen testen (kopflastig?). Für Kinder: kurze Mensur (Short Scale, ca. 610 mm) oder 3/4-Modelle. Vintage-Instrumente: Originalteile, Echtheit und Zustand durch Fachleute prüfen lassen.20Pflege und Wartung
- Saiten je nach Spielpraxis alle 4–12 Wochen wechseln; Hände vor dem Spielen waschen, Saiten nach dem Spielen abwischen.
- Griffbrett aus Palisander oder Ebenholz ein- bis zweimal jährlich beim Saitenwechsel reinigen und mit Griffbrettöl pflegen (Ahorngriffbretter nicht ölen).
- Kratzende Potis und Schalter mit Kontaktspray reinigen; lose Buchsen festziehen.
- Bei Klimawechsel (Heizperiode, Sommer) Halskrümmung beobachten; Halsstab nur in kleinen Schritten verstellen.
- Gitarre nicht im heißen Auto oder an Heizkörpern lagern; im Winter nach Transport erst auf Raumtemperatur kommen lassen.
- Röhrenverstärker: Röhren nach Bedarf wechseln lassen (Endstufenröhren oft alle 1–3 Jahre bei intensiver Nutzung); nie ohne Lautsprecher betreiben.
21E-Gitarre lernen
| Phase | Inhalte |
|---|---|
| Erste Wochen | Haltung, Plektrumtechnik, Stimmen, einfache Riffs, Powerchords, erste offene Akkorde |
| 1. Jahr | offene Akkorde, Akkordwechsel, Rhythmusmuster, Palm Muting, Pentatonik (1. Lage), Tabs und erste Noten, Songs mit Playalongs |
| 2.–3. Jahr | Barréakkorde, Pentatonik über das Griffbrett, Bendings und Vibrato, Soloaufbau, Bandspiel, Sounds einstellen |
| 4.–5. Jahr | Dur- und Molltonleitern, Modi, Arpeggien, Stilistiken (Blues, Funk, Rock, Metal), Improvisation über Akkordfolgen |
| Fortgeschritten | Jazzakkorde und Voicings, Legato, Tapping, Sweep, Transkription, Recording, Komposition |
Wirksam üben
Täglich 20–60 Minuten mit Metronom oder Drumloop; Technik langsam und entspannt aufbauen, erst dann Tempo steigern. Songs vollständig lernen und mit Aufnahmen mitspielen. Das Gehör trainieren: Riffs und Soli nach Gehör heraushören. Regelmäßig mit anderen spielen – die E-Gitarre ist ein Bandinstrument.22Die E-Gitarre an der Musikschule Cuxhaven
Wir unterrichten E-Gitarre von den ersten Riffs bis zu Improvisation und Recording – in Rock, Pop, Blues, Funk, Metal und Jazz. Die Lehrkräfte beraten zu Instrument, Verstärker, Effekten und Setup und bringen Schülerinnen und Schüler in unseren Bands mit E-Bass, Schlagzeug und Keyboard zusammen. Grundlagen des Instruments: Gitarre.
23Häufige Fragen
Erst Konzertgitarre, dann E-Gitarre?
Nicht nötig. Wer Rock und Pop spielen will, kann direkt mit der E-Gitarre beginnen; die dünnen Stahlsaiten und der schmale Hals sind oft sogar leichter.Welcher Verstärker für zu Hause?
Ein kleiner Modeling-Verstärker mit Kopfhörerausgang (5–30 Watt) genügt völlig; viele können per USB auch aufnehmen.Single-Coil oder Humbucker?
Single-Coils klingen heller und klarer, Humbucker voller und brummfrei. HSS- und HSH-Gitarren kombinieren beides.Warum brummt meine Gitarre?
Single-Coils fangen elektromagnetische Störungen auf (Bildschirme, Netzteile, Dimmer). Abhilfe: Position im Raum ändern, Humbucker oder brummfreie Single-Coils, Abschirmung, Noise Gate.Tremolo oder Vibrato?
Der „Tremolohebel“ verändert eigentlich die Tonhöhe, also ein Vibrato. Echtes Tremolo ist ein Lautstärkeschwanken, etwa als Verstärker- oder Pedaleffekt.Braucht man Noten?
Tabs genügen für den Einstieg. Für Jazz, Studio, Musical und Band-Arbeit sind Noten und Akkordsymbole sehr hilfreich.Welche Saitenstärke für Anfänger?
Meist 9er oder 10er Sätze; sie sind angenehm zu greifen und erlauben Bendings.24Glossar
- Action
- Saitenlage, Abstand zwischen Saite und Bund.
- Amp
- Verstärker.
- Bending
- Ziehen der Saite zur Erhöhung der Tonhöhe.
- Coil-Split
- Abschalten einer Humbucker-Spule.
- DI
- Direktsignal zum Mischpult.
- Feedback
- Rückkopplung zwischen Gitarre und Verstärker.
- Humbucker
- Brummunterdrückender Doppelspulen-Tonabnehmer.
- Impulsantwort (IR)
- Digitales Abbild einer Lautsprecherbox und ihres Mikrofons.
- Mensur
- Schwingende Saitenlänge.
- Modeler
- Digitale Nachbildung von Verstärkern und Effekten.
- Oktavreinheit
- Korrekte Intonation entlang des Griffbretts.
- Palm Muting
- Abdämpfen mit dem Handballen.
- Pedalboard
- Brett mit Effektpedalen.
- Pickup
- Tonabnehmer.
- Powerchord
- Zweiklang aus Grundton und Quinte.
- Reamping
- Nachträgliches Abspielen eines DI-Signals über einen Verstärker.
- Solidbody
- Massiver Korpus ohne Hohlraum.
- Tabulatur
- Notation nach Saiten und Bünden.
- Truss Rod
- Halsstab zur Einstellung der Halskrümmung.
25Quellen und weiterführende Literatur
- André Millard (Hg.): The Electric Guitar. A History of an American Icon. Johns Hopkins University Press 2004.
- Tony Bacon: The Ultimate Guitar Book. Dorling Kindersley; ders.: The Stratocaster Guitar Book und The Les Paul Guide. Backbeat Books.
- Dave Hunter: The Guitar Pickup Handbook. Backbeat Books 2008; ders.: The Guitar Amp Handbook.
- Helmuth Lemme: Elektrogitarren – Technik und Sound. Elektor.
- Manfred Zollner: Physik der Elektrogitarre. Hochschule Regensburg, 2014 (online verfügbar).
- Brad Tolinski, Alan di Perna: Play It Loud. An Epic History of the Style, Sound, and Revolution of the Electric Guitar. Doubleday 2016.
- Steve Waksman: Instruments of Desire. The Electric Guitar and the Shaping of Musical Experience. Harvard University Press 1999.
- Andy Babiuk: Beatles Gear. Backbeat Books.
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Stand: September 2026 · Redaktion Musikpedia der Musikschule Cuxhaven